St. Andreas Kirche Abbenrode




















































Die St. Andreaskirche zu Abbenrode
Vorgeschichte
Zwischen 1130 und 1144 Gründung eines Doppelklosters für Mönche und Nonnen durch Zisterzienser. 1525 Beginn des Verfalls des Klosters durch Säkularisation und Verwüstungen zur Zeit des Bauernkrieges. Die Kirche blieb erhalten.
Saalkirche mit quadratischem Westturm und dreiseitig geschlossenem Schiff. Ältester Teil der Westturm, wohl spätes 15. Jh., das Glockengeschoß verschiefert, darüber kleine barocke Laterne. Innen segmentbogige Holztonne. Dreiseitige Empore, im Westen mit Orgel, auf der Nordseite die Herrschaftsloge eingefügt.
Baugeschichte
1584 Kirchbau aus dem Erlös des Gotteskastens.
1589 Anschaffung einer Turmuhr.
1695 Kirchbau erhält seine heutigen Ausmaße – Erweiterung des Altarraumes.
Altar
Entstehungszeit Ende des 15. Jahrhunderts. Ein Triptychon mit 16 Figuren wurde 1725 als nicht mehr zeitgemäß aus der Stephanie-Kirche Goslar (vor dem großen Stadtbrand 1728) nach Abbenrode verkauft. Die Predella zeigt das Abendmahl und als bekrönende Figur Christus als Weltenherrscher mit seinen Jüngern. Auf dem Mittelteil ist das Kreuzigungsgeschehen dargestellt. Die Figuren links und rechts davon sind spätere Ergänzungen. (Von links nach rechts: Luther, Melanchthon, Christus und Mose). Leider sind die Beigaben der Skulpturen auf den Seitenteilen nicht mehr vorhanden. Wahrscheinlich handelt es sich aber um die Apostel und Johannes den Täufer. Oberer Abschluss: entweder Gottvater oder Stephanus gemäß dem Ursprungsort des Altars, der Stephanie-Kirche Goslar. Rückwand: Darstellungen zur Passion und zum Tod Jesu.
Kanzel
Reiche Akanthusschnitzerei aus Lindenholz – wie auch der Orgelprospekt – von einem Schäfer aus Abbenrode oder Schauen um 1710.
Orgel
Letzte noch im Originalzustand erhaltene Orgel des Wernigeröder Orgelbaumeisters Christoph Cuntzius (1676-1722), (auch Contius oder Cuncius) aus dem Jahre 1708. Einmalig ist der hohe Bestand an 15 Zungenregister. Orgeln des Christoph Contius hat Johann Sebastian Bach abgenommen und sehr gelobt. Die Stimmtonhöhe ist a' = 454 Hz, ein Halbton höher als üblich.
Glocken
1532 wird eine bis heute verwendete Glocke angeschafft. Sie ist dem Apostel Paulus geweiht. Die Inschrift: „pauvvels es mynen maem my gheluyt sy gode bequame als verre aly my horen sal wilt god bewaren ovaral“ („Paulus ist mein Name; möge mein Geläut Gott wohlgefällig sein; so weit man mich hören wird, möge Gott mich bewahren überall“). Zwei weitere Glocken wurden 1886 von der Firma C.F. Ullrich in Apolda gegossen.
Ölgemälde
Die lebensgroße Abbildung an der Nordwand erinnert an den Abbenröder Pfarrer Christoph Jakob Chrysander (1640-1720), der während seiner Arbeit (1673 bis 1720) die Kirche erweiterte und neu ausstattete. Er stammte aus Ohrdruf und starb in Abbenrode.
Buntglasfenster
Sie sind nach der Wende von Max Martin, Pfarrerin Johanna König und von Berthold Haderland gestiftet worden. Den Entwurf der Buntfenster erarbeite die Künstlerin Verena Halbrehder von Falkenstein aus Sarstedt/Niedersachsen. Die Glaswerkstatt Schneemelcher aus Quedlinburg fertigte die Fenster aus mehr als 1000 Scherben und baute sie 1997 ein.
Neben der Kanzel: der heilige Andreas als Namenspatron der Kirche.
In der Mitte: Darstellung der Grenzöffnung an der Ecker in Abbenrode (das bisher einzige Wiedervereinigungsfenster in Deutschland).
An der Tür: Mönch Abbo, Gründer des Klosters und des Dorfes.
Quelle: Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Sachsen-Anhalt: Regierungsbezirk Magdeburg, 2002



